Robotersteuerung
Eine Robotersteuerung verarbeitet Programme und Signale und setzt sie in Bewegungen oder Schaltbefehle um. Auf RBTX lassen sich unterschiedliche Steuerungslösungen vergleichen: von kompakten Motorsteuerungen für einzelne Achsen über Motion Controller für Portale bis zu vollständigen Steuerungssystemen, Kommunikationsmodulen und Schaltschränken.
Welche Steuerung passt zu welcher Aufgabe?
Geplante Aufgabe | Relevante Produktgruppe | Beispiele aus dem Sortiment |
Eine einzelne Linear- oder Drehachse bewegen | Motorsteuerung | drylin dryve D1, kompakte Motorcontroller |
Mehrere Achsen koordinieren | Motion Controller | SoftMC 301, MotionA-Spark |
Einen kompletten Roboter betreiben | vollständige Robotersteuerung | igus Robot Control |
Einen Greifer separat ansteuern | Werkzeug- oder Greifersteuerung | SoftGripping Controlbox |
Einen Roboter mit SPS oder Maschine verbinden | Kommunikationsmodul | Fairino Kommunikationskarte |
Mehrere Steuerungskomponenten geschützt unterbringen | vormontierter Schaltschrank | Schaltschrank mit integrierten Motorsteuerungen |
Eine individuelle Steuerung aufbauen | modulare Steuerungskomponenten | DIN-Rail-, Motion- und Kommunikationsmodule |
Die genannten Produkte dienen als erste Orientierung. Ob eine Steuerung zur Anwendung passt, hängt unter anderem von Roboter, Motoren, Achszahl und benötigten Schnittstellen ab.
Falls die genaue Zusammenstellung noch offen ist, lassen sich auf RBTX passende Steuerungskomponenten vergleichen. Die RBTXperts unterstützen bei Bedarf dabei, Roboter, Steuerung, Software und Werkzeug aufeinander abzustimmen.
Was macht eine Robotersteuerung?
Die Steuerung eines Roboters übersetzt ein Programm in reale Bewegungen und Aktionen.
Je nach Ausführung übernimmt sie beispielsweise folgende Aufgaben:
Motoren und Achsen ansteuern
Positionen und Geschwindigkeiten berechnen
Bewegungsabläufe speichern und ausführen
Greifer oder Werkzeuge schalten
Sensorsignale verarbeiten
Daten mit SPS, Maschine oder PC austauschen
Betriebszustände und Fehler melden
mehrere Achsen aufeinander abstimmen
Ein Teach-Pendant oder eine Bedienoberfläche dient zur Einrichtung und Programmierung. Die eigentliche Bewegungsberechnung erfolgt in der Steuerung.
Die wichtigsten Steuerungsarten einfach erklärt
Motorsteuerungen für einzelne Achsen
Eine Motorsteuerung ist relevant, wenn eine einzelne Linear-, Dreh- oder Positionierachse bewegt werden soll.
Typische Anwendungen sind:
Linearachsen
Drehtische
Formatverstellungen
Zuführsysteme
Hubbewegungen
zusätzliche Roboterachsen
Eine Motorsteuerung kann ausreichen, wenn nur wenige Positionen angefahren werden und keine vollständige Roboterkinematik berechnet werden muss.
Für eine erste Auswahl sind vor allem diese Angaben hilfreich:
Art der Achse
verwendeter Motor
gewünschte Bewegung
vorhandene übergeordnete Steuerung
benötigte Ein- und Ausgänge
Motion Controller für mehrere Achsen
Ein Motion Controller koordiniert mehrere Bewegungsachsen. Er legt fest, wann und wie sich die einzelnen Achsen bewegen.
Typische Einsatzbereiche sind:
Portalroboter
kartesische Roboter
Delta-Roboter
SCARA-Systeme
Kreuztische
mehrfache Positionierachsen
Motion Controller sind vor allem dann relevant, wenn mehrere Achsen zeitlich oder räumlich aufeinander abgestimmt werden müssen.
Entscheidend ist, ob die Achsen unabhängig voneinander oder als gemeinsame Bewegung betrieben werden sollen.
Vollständige Robotersteuerungen
Eine vollständige Robotersteuerung übernimmt die Bewegungsberechnung für eine komplette Roboterkinematik.
Bei einem Gelenkarm berechnet sie beispielsweise, wie sich mehrere Gelenke gleichzeitig bewegen müssen, damit das Werkzeug eine gewünschte Position erreicht.
Eine vollständige Steuerung ist häufig sinnvoll, wenn:
ein mehrgelenkiger Roboter betrieben wird
kartesische Zielpositionen programmiert werden
mehrere Achsen automatisch zusammenarbeiten
Roboterprogramme gespeichert werden
eine Bedien- und Programmieroberfläche benötigt wird
Greifer, Sensoren oder Maschinen eingebunden werden
Für eine einzelne Linearachse wäre eine solche Steuerung dagegen häufig umfangreicher als notwendig.
Werkzeug- und Greifersteuerungen
Werkzeugsteuerungen bedienen nicht den gesamten Roboter, sondern einen angeschlossenen Greifer oder Endeffektor.
Je nach Werkzeug können sie beispielsweise übernehmen:
Greifer öffnen und schließen
Druck oder Greifkraft einstellen
Vakuum ein- und ausschalten
Positionen oder Zustände zurückmelden
Prozessparameter speichern
Signale mit der Robotersteuerung austauschen
Eine Werkzeugsteuerung ergänzt die eigentliche Robotersteuerung. Sie ersetzt sie nicht.
Kommunikationsmodule
Kommunikationsmodule verbinden die Robotersteuerung mit einer SPS, Maschine oder einem übergeordneten System.
Darüber lassen sich beispielsweise folgende Signale übertragen:
Startfreigabe
Maschine bereit
Werkstück vorhanden
Greifer geschlossen
Roboterprogramm beendet
Störung aufgetreten
Ein Kommunikationsmodul wird vor allem dann relevant, wenn eine bestimmte industrielle Schnittstelle ergänzt werden soll.
Vor der Auswahl sollte bekannt sein, welche Kommunikationsarten von Robotersteuerung, SPS oder Maschine unterstützt werden.
Schaltschränke und vormontierte Steuerungen
Ein Schaltschrank bündelt Steuerungskomponenten, Stromversorgung, Anschlüsse und weitere elektrische Bauteile in einem geschützten Aufbau.
Vormontierte Systeme können sinnvoll sein, wenn:
mehrere Motorsteuerungen eingesetzt werden
mehrere Achsen gemeinsam betrieben werden
Netzteile und Anschlüsse zentral untergebracht werden sollen
eine übersichtliche Installation gewünscht ist
eine individuelle Automatisierungslösung aufgebaut wird
Je nach Ausführung können bereits Motorsteuerungen, Netzteile, Klemmen oder Bedienelemente enthalten sein.
Produktauswahl nach Anlagenkonzept
Anlagenkonzept | Eher relevante Steuerungslösung |
Einzelne Linearachse automatisieren | kompakte Motorsteuerung |
Mehrere Linearachsen als Portal betreiben | Motion Controller oder mehrere abgestimmte Motorsteuerungen |
Gelenkarmroboter vollständig betreiben | vollständige Robotersteuerung |
Softgripper oder Prozesswerkzeug ansteuern | zusätzliche Werkzeugsteuerung |
Roboter mit SPS verbinden | Kommunikationsmodul oder vorhandene Schnittstelle |
Mehrere Steuerungskomponenten bündeln | vormontierter Schaltschrank |
Eigene Sondermaschine aufbauen | modulare Motor-, Motion- und Kommunikationsmodule |
Robotersteuerung, Motion Controller oder Motorsteuerung?
Die Begriffe werden häufig ähnlich verwendet, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben.
Komponente | Typische Aufgabe |
Robotersteuerung | berechnet und steuert die Bewegung einer vollständigen Roboterkinematik |
Motion Controller | koordiniert mehrere Bewegungsachsen |
Motorsteuerung | regelt einen einzelnen Motor oder eine Achse |
Werkzeugsteuerung | steuert Greifer oder Prozesswerkzeug |
SPS | koordiniert den Ablauf einer Maschine oder Anlage |
Kommunikationsmodul | verbindet Steuerung, SPS, Maschine oder Netzwerk |
Für eine einzelne Achse genügt häufig eine Motorsteuerung. Bei einem Portal mit mehreren koordinierten Achsen kann ein Motion Controller sinnvoll sein. Ein Gelenkarmroboter benötigt dagegen in der Regel eine vollständige Robotersteuerung.
Robotersteuerung oder SPS?
Eine SPS und eine Robotersteuerung sind nicht dasselbe. In vielen Anlagen arbeiten beide Systeme zusammen.
Die SPS koordiniert häufig den übergeordneten Maschinenablauf. Die Robotersteuerung berechnet und steuert die Roboterbewegungen.
Ein einfacher Ablauf bei der Maschinenbeschickung kann so aussehen:
Die SPS meldet, dass die Maschine bereit ist.
Die Robotersteuerung startet das passende Programm.
Der Roboter nimmt das Werkstück auf.
Der Greifer wird über einen Ausgang oder eine eigene Werkzeugsteuerung betätigt.
Die Robotersteuerung meldet den abgeschlossenen Vorgang zurück.
Nicht jede Anwendung benötigt eine zusätzliche SPS. Bei kleinen, eigenständigen Roboterstationen können manche Abläufe direkt über die Robotersteuerung umgesetzt werden.
Was bedeutet offene Robotersteuerung?
Eine offene Robotersteuerung bietet Möglichkeiten, zusätzliche Hardware, Software oder eigene Programme einzubinden.
Mögliche Merkmale sind:
dokumentierte Schnittstellen
Unterstützung gängiger Kommunikationsprotokolle
Einbindung externer Software
Anschluss zusätzlicher Geräte
Nutzung eigener Bedienoberflächen
Zugriff über APIs
„Offen“ bedeutet jedoch nicht automatisch, dass jede Komponente ohne Anpassung verbunden werden kann. Entscheidend ist, ob die benötigten Geräte, Protokolle und Funktionen tatsächlich unterstützt werden.
Welche Angaben helfen bei der Auswahl?
Für eine erste Orientierung ist noch keine vollständige technische Planung erforderlich.
Roboter oder Achssystem
Hilfreich sind Hersteller, Modell und Anzahl der Achsen. Falls noch kein Roboter ausgewählt wurde, reicht zunächst eine Beschreibung der gewünschten Bewegung.
Geplante Anwendung
Typische Beispiele sind:
Teile aufnehmen und ablegen
Maschine be- und entladen
Kartons palettieren
Portal oder Linearachse bewegen
Werkstücke prüfen
Material dosieren
Drehtisch positionieren
Die Aufgabe zeigt, welche Bewegungs-, Signal- und Kommunikationsfunktionen benötigt werden.
Weitere Komponenten
Falls bereits bekannt, sollten auch Greifer, Sensoren, Kameras, Fördertechnik oder Produktionsmaschinen berücksichtigt werden.
Dadurch lässt sich besser einordnen, welche Anschlüsse und Schnittstellen erforderlich sind.
Bedienung und Programmierung
Die Anlage kann je nach System beispielsweise eingerichtet werden:
über Teach-Pendant
über grafische Software
über Webbrowser
über SPS
über einen angeschlossenen PC
Die Bedienung sollte zur Anwendung und zu den Kenntnissen des zuständigen Teams passen.
Fehlende Details können im weiteren Planungsverlauf geklärt werden. Bei offenen technischen Fragen unterstützen die RBTXperts bei der passenden Zusammenstellung.
Anwendungsmatrix für Robotersteuerungen
Anwendung | Häufig relevante Steuerung | Benötigte Funktion |
Pick-and-Place | vollständige Robotersteuerung | Bewegungen und Greifersignale steuern |
Maschinenbeschickung | Robotersteuerung mit Maschinenanbindung | Start-, Freigabe- und Fertigmeldungen austauschen |
Palettieren | Robotersteuerung, gegebenenfalls Zusatzachsen | Positionen und Ablagemuster verwalten |
Portalrobotik | Motion Controller oder Mehrachssteuerung | mehrere lineare Achsen koordinieren |
Einzelachse oder Drehtisch | Motorsteuerung | Position und Geschwindigkeit regeln |
Montage | Robotersteuerung mit Sensoranbindung | Positionen und Prozessrückmeldungen verarbeiten |
Vision-Anwendung | Robotersteuerung mit Kameraschnittstelle | Positionsdaten übernehmen |
Dosieren oder Kleben | Roboter- und Werkzeugsteuerung | Bewegungsbahn und Prozesssignal abstimmen |
Sondermaschine | modulare Steuerungskomponenten | individuelle Achsen und Geräte verbinden |
Betriebsarten einer Robotersteuerung
Je nach Hersteller und System können unterschiedliche Betriebsarten vorhanden sein.
Betriebsart | Einfache Erklärung |
Einrichten | Roboter wird für Programmierung und Tests bewegt |
Manuell | Bewegungen werden durch Bedienpersonal ausgelöst |
Automatik | ein gespeichertes Programm wird automatisch ausgeführt |
Extern gesteuert | Programmstart erfolgt über SPS oder ein anderes System |
Die genaue Funktion und Bezeichnung hängt von der jeweiligen Steuerung ab. Die gewählte Betriebsart allein macht eine Anwendung nicht sicher.
Robotersteuerung und Sicherheit unterscheiden
Die normale Robotersteuerung organisiert Bewegungen und Prozessabläufe. Sicherheitsbezogene Funktionen müssen davon unterschieden werden.
Je nach Anwendung können weitere Komponenten erforderlich sein, beispielsweise:
Not-Halt
Schutztürüberwachung
Sicherheitssensoren
Sicherheitsrelais
sichere Steuerung
sichere Begrenzung von Bewegungen
Welche Schutzmaßnahmen notwendig sind, ergibt sich aus der Risikobeurteilung der vollständigen Anlage. Eine SPS oder ein Roboter Controller ist nicht automatisch eine Sicherheitssteuerung.
Häufige Fragen zu Robotersteuerungen
Was ist eine Robotersteuerung?
Eine Robotersteuerung verarbeitet Programme und Signale, berechnet Bewegungen und steuert Motoren sowie angeschlossene Komponenten.
Welche Steuerung eignet sich für eine einzelne Linearachse?
Für eine einzelne Linear- oder Positionierachse ist häufig eine kompakte Motorsteuerung ausreichend. Die konkrete Eignung hängt vom Motor und der gewünschten Ansteuerung ab.
Welche Steuerung eignet sich für einen Portalroboter?
Für mehrere koordinierte Achsen kommen häufig Motion Controller oder mehrere abgestimmte Motorsteuerungen infrage.
Wann wird eine vollständige Robotersteuerung benötigt?
Eine vollständige Robotersteuerung ist in der Regel erforderlich, wenn mehrere Gelenke oder Achsen als gemeinsame Roboterkinematik bewegt werden.
Was ist der Unterschied zwischen SPS und Robotersteuerung?
Die Robotersteuerung berechnet hauptsächlich die Roboterbewegungen. Eine SPS koordiniert häufig den übergeordneten Ablauf der Maschine oder Anlage.
Was ist ein Roboter Controller?
„Roboter Controller“ ist die international gebräuchliche Bezeichnung für eine Robotersteuerung.
Wird für einen Greifer eine eigene Steuerung benötigt?
Das hängt vom Greifer ab. Einfache Modelle können direkt über Ein- und Ausgänge geschaltet werden. Andere benötigen eine eigene Controlbox.
Wann wird ein Kommunikationsmodul benötigt?
Ein Kommunikationsmodul ist relevant, wenn eine zusätzliche Schnittstelle zu SPS, Maschine oder Netzwerk ergänzt werden muss.
Ist die Steuerung immer beim Roboter enthalten?
Das hängt vom jeweiligen Angebot ab. Einige Roboter werden mit Steuerung angeboten, bei anderen muss sie separat ausgewählt werden.
Müssen alle Schnittstellen schon vor der Anfrage bekannt sein?
Nein. Für die erste Orientierung reichen häufig Robotermodell, Anwendung und die vorgesehenen Zusatzkomponenten.
Passende Robotersteuerung auswählen
Auf RBTX lassen sich Motorsteuerungen, Motion Controller, Kommunikationsmodule, Werkzeugsteuerungen und vollständige Robotersteuerungen vergleichen.
Kostenlose Beratung per Videocall
Im kostenlosen 30-minütigen RBTXpert-Videocall können Anwendung, Achszahl, Robotermodell und benötigte Schnittstellen gemeinsam eingeordnet werden.
Kompatible Komponenten zusammenstellen
Die RBTXperts unterstützen bei Bedarf dabei, Steuerung, Motor, Software, Greifer und Kommunikation passend zu kombinieren.
Anwendung vor dem Kauf testen
Mit einem Machbarkeitstest lässt sich prüfen, ob Roboter, Steuerung, Software und weitere Komponenten wie geplant zusammenarbeiten.
Schlüsselfertige Lösung anfragen
Bei einer vollständigen Automatisierungslösung werden Steuerung, Schaltschrank, Bedienung, Programmierung, Schnittstellen und Integration gemeinsam eingeplant.
Nächster Schritt: Robotersteuerungen vergleichen, kostenlose Beratung buchen oder eine komplette Automatisierungslösung anfragen.