Sicherheitstechnik für Roboter
Schützen Sie Menschen, Maschinen und Prozesse mit der passenden Sicherheitstechnik für Roboter. Vergleichen Sie Sicherheits-Laserscanner, Lichtschranken, Sicherheitsschalter, Not-Halt-Komponenten und weitere Lösungen für Cobots und Industrieroboter. Finden Sie die passende Sicherheitslösung für Ihre Automatisierungsanwendung.
Was umfasst die Sicherheitstechnik für Roboter?
Roboter bewegen Werkzeuge und Werkstücke häufig mit hoher Geschwindigkeit, großer Reichweite oder erheblicher Kraft. Ihre Bewegungen können für Personen schwer vorhersehbar sein, insbesondere wenn Programme wechseln, Prozesse automatisch wieder anlaufen oder sich Menschen dem Arbeitsbereich nähern.
Die Robotik-Sicherheit verfolgt deshalb das Ziel, Gefährdungen frühzeitig zu erkennen und das Robotersystem rechtzeitig in einen sicheren Zustand zu versetzen. Je nach Anwendung kann das bedeuten, den Roboter zu verlangsamen, seine Bewegungsfreiheit zu begrenzen, einen überwachten Halt auszulösen oder die Antriebsenergie sicher abzuschalten.
Ein vollständiges Sicherheitskonzept besteht in der Regel aus drei Ebenen:
Ebene | Typische Komponenten | Aufgabe |
Erfassen | Laserscanner, Lichtvorhang, Sicherheitsschalter, Trittmatte | Erkennt Personen, geöffnete Türen oder Eingriffe |
Auswerten | Sicherheitsrelais oder Sicherheitssteuerung | Bewertet die Signale und führt die Sicherheitslogik aus |
Reagieren | Sichere Roboter- oder Antriebsfunktion | Reduziert Geschwindigkeit, stoppt die Bewegung oder schaltet Antriebe sicher ab |
Erst das abgestimmte Zusammenspiel dieser Ebenen ergibt eine wirksame Sicherheitsfunktion. Ein einzelner Sensor macht eine Roboterzelle daher noch nicht automatisch sicher.
Warum reicht eine sichere Einzelkomponente nicht aus?
Viele Sicherheitsprodukte verfügen über definierte Kennwerte, Zertifizierungen oder Sicherheitslevel. Diese Angaben beziehen sich zunächst auf die jeweilige Komponente. Ob die komplette Roboteranwendung ausreichend abgesichert ist, hängt dagegen vom Aufbau des Gesamtsystems ab.
Zur Risikobetrachtung gehören neben dem Roboter unter anderem:
Endeffektor und Werkzeug
transportierte oder bearbeitete Werkstücke
Bewegungsraum und Geschwindigkeit
Arbeitsplätze und Zugangswege
Steuerung und Software
Wartung, Einrichtung und Störungsbeseitigung
weitere Maschinen innerhalb der Anlage
Ein Cobot kann beispielsweise über kraft- und leistungsbegrenzte Funktionen verfügen. Ein scharfkantiges Werkstück, ein ungeeigneter Greifer oder eine hohe Prozessgeschwindigkeit können dennoch neue Gefährdungen erzeugen. Die gesamte Anwendung muss deshalb als Einheit bewertet werden.
Das CE-Zeichen eines Laserscanners, Sicherheitsschalters oder Roboters ersetzt ebenfalls nicht die Konformitätsbewertung und Validierung des vollständigen Robotersystems.
Welche Sicherheitskomponenten gibt es?
Die richtige Komponente richtet sich danach, welche Gefahr erkannt werden soll, wie sich Personen der Gefahrenstelle nähern und welche Reaktion des Roboters erforderlich ist.
Sicherheits-Laserscanner
Sicherheits-Laserscanner überwachen frei definierbare Flächen rund um Roboter, Maschinen oder mobile Anwendungen. Sie eignen sich besonders für offene Arbeitsbereiche, in denen feste Schutzzäune den Prozess unnötig einschränken würden.
Viele Geräte unterstützen mehrere Schutz- und Warnfelder. Nähert sich eine Person, kann das System zunächst eine Warnung auslösen oder die Robotergeschwindigkeit reduzieren. Bei weiterer Annäherung wird ein sicherer Halt eingeleitet.
Laserscanner eignen sich unter anderem für:
offene Roboterzellen
Übergabestationen
Palettierbereiche
Maschinenbe- und -entladung
mobile oder veränderbare Arbeitsplätze
Geschwindigkeits- und Abstandsüberwachung
In Verbindung mit einer geeigneten Sicherheitssteuerung können unterschiedliche Feldbereiche ausgewertet und an den jeweiligen Prozesszustand angepasst werden.
Sicherheits-Lichtvorhänge und Lichtgitter
Sicherheits-Lichtvorhänge erzeugen ein unsichtbares Schutzfeld aus mehreren Lichtstrahlen. Wird dieses Feld unterbrochen, löst das Sicherheitssystem die vorgesehene Reaktion aus.
Sie eignen sich besonders für klar abgegrenzte Zugänge, Materialöffnungen oder Arbeitsstationen, an denen Personen regelmäßig ein- und ausgreifen müssen. Je nach Auflösung können Lichtvorhänge Finger, Hände oder Körper erkennen.
Typische Anwendungen sind:
Zugangsabsicherung
Eingriffsöffnungen
Übergabebereiche
Materialzuführung
Montagearbeitsplätze
Roboterzellen mit häufigem Teilewechsel
Im Gegensatz zu einem Laserscanner überwacht ein Lichtvorhang keine frei definierbare Fläche, sondern eine festgelegte Ebene.
Schutzzäune, Türen und Sicherheitsschalter
Trennende Schutzeinrichtungen verhindern den unmittelbaren Zugang zum Gefahrenbereich. Dazu gehören Schutzgitter, Einhausungen und Türen mit Sicherheitsverriegelung.
Ein Sicherheitsschalter überwacht, ob eine Tür geschlossen ist. Eine Zuhaltung verhindert zusätzlich, dass die Tür geöffnet wird, solange von der Anlage noch eine Gefahr ausgeht. Dies kann beispielsweise erforderlich sein, wenn der Roboter nach einem Stoppsignal nicht sofort zum Stillstand kommt.
Solche Lösungen eignen sich besonders für Anwendungen mit:
hohen Geschwindigkeiten
großen Traglasten
herumfliegenden Werkstücken
scharfen oder heißen Werkzeugen
Prozessgefahren, die auch bei stillstehendem Roboter bestehen
Sicherheitsrelais und Sicherheitssteuerungen
Sicherheitssteuerungen verknüpfen die Signale verschiedener Schutzeinrichtungen mit den sicheren Funktionen des Roboters oder Antriebssystems.
Ein Sicherheitsrelais eignet sich häufig für überschaubare Anwendungen mit wenigen Signalen. Eine Safety-PLC bietet mehr Flexibilität, wenn mehrere Türen, Scannerfelder, Betriebsarten, Roboter oder Maschinen miteinander koordiniert werden müssen.
Anwendung | Sicherheitsrelais | Safety-PLC |
Einzelner Not-Halt oder Türschalter | Häufig ausreichend | Möglich |
Mehrere Schutzeinrichtungen | Begrenzt | Gut geeignet |
Unterschiedliche Betriebsarten | Eingeschränkt | Flexibel programmierbar |
Diagnose und Vernetzung | Geringer Umfang | Umfangreich |
Spätere Erweiterung | Begrenzt | Gut skalierbar |
Komplexe Roboterzelle | Häufig ungeeignet | Meist sinnvoller |
Die erforderliche Architektur ergibt sich aus der Risikobeurteilung und dem benötigten Performance Level beziehungsweise Safety Integrity Level.
Not-Halt- und Zustimmeinrichtungen
Ein Not-Halt ermöglicht es, eine gefährliche Bewegung in einer Notsituation schnell zu unterbrechen. Er ist eine ergänzende Schutzmaßnahme und ersetzt weder eine Schutzeinrichtung noch ein vollständiges Sicherheitskonzept.
Zustimmtaster werden häufig beim Einrichten, Programmieren oder Testen verwendet. Der Bediener muss den Taster bewusst in einer definierten Position halten. Wird er losgelassen oder vollständig durchgedrückt, wird die gefährliche Bewegung gestoppt.
Sichere Antriebs- und Bewegungsfunktionen
Moderne Roboter und Antriebe können verschiedene sichere Bewegungsfunktionen unterstützen. Dazu zählen beispielsweise:
Safe Torque Off (STO) zur sicheren Unterbrechung des antriebsbildenden Drehmoments
sicher begrenzte Geschwindigkeit
sicher überwachter Stillstand
sichere Positions- oder Arbeitsraumbegrenzung
sicherer Stopp
sichere Drehrichtungsüberwachung
Welche Funktionen verfügbar sind, hängt vom Roboter, der Steuerung, den installierten Optionen und der Anwendung ab. Die Bezeichnungen und technischen Möglichkeiten unterscheiden sich teilweise zwischen den Herstellern.
Welche Sicherheitslösung passt zu Ihrer Anwendung?
Die Produktauswahl sollte nicht mit einem bestimmten Sensor beginnen, sondern mit der zu beherrschenden Gefahr und dem gewünschten Prozess.
Anforderung | Häufig geeignete Lösung |
Gefahrenbereich vollständig abschirmen | Schutzzaun mit verriegelter Tür |
Regelmäßiger Zugang zur Roboterzelle | Türschalter oder Zuhaltung |
Offene Fläche flexibel überwachen | Sicherheits-Laserscanner |
Eingriffsöffnung absichern | Lichtvorhang oder Lichtgitter |
Roboter bei Annäherung verlangsamen | Scanner mit mehreren Feldern und sichere Bewegungsfunktion |
Einrichtbetrieb innerhalb der Zelle | Zustimmtaster und sicher begrenzte Geschwindigkeit |
Mehrere Sicherheitsfunktionen verknüpfen | Safety-PLC |
Einfache Tür- oder Not-Halt-Funktion | Sicherheitsrelais |
Gefahr im Notfall unterbrechen | Not-Halt-Einrichtung |
Direkte Mensch-Roboter-Interaktion | Anwendungsspezifisches kollaboratives Sicherheitskonzept |
Diese Zuordnung dient als erste Orientierung. Die endgültige Auswahl muss auf der Risikobeurteilung, den Nachlaufzeiten und der konkreten Anlagenkonstruktion basieren.
Laserscanner oder Lichtvorhang?
Beide Technologien erkennen den Zugang von Personen berührungslos, erfüllen jedoch unterschiedliche Aufgaben.
Kriterium | Laserscanner | Lichtvorhang |
Überwachter Bereich | Zweidimensionale Fläche | Vertikale oder horizontale Ebene |
Schutzfeld | Frei konfigurierbar | Durch Sender- und Empfängerposition definiert |
Mehrere Warn- und Schutzbereiche | Häufig möglich | Je nach System begrenzt |
Geeignet für offene Zellen | Sehr gut | Je nach Zugang |
Finger- oder Handschutz | Nicht primärer Einsatzzweck | Mit passender Auflösung möglich |
Flexible Layoutänderung | Häufig einfacher | Mechanische Neupositionierung möglich |
Typische Anwendung | Flächen- und Zugangsüberwachung | Eingriffs- und Durchgangsschutz |
Ein Scanner ist häufig sinnvoll, wenn sich Personen aus verschiedenen Richtungen einer Roboterzelle nähern können. Ein Lichtvorhang bietet Vorteile, wenn eine klar definierte Öffnung zuverlässig überwacht werden soll.
Was bedeutet funktionale Sicherheit?
Die funktionale Sicherheit bei Robotern beschreibt den Teil der Gesamtsicherheit, der von der korrekten Funktion sicherheitsbezogener Steuerungen abhängt. Eine Sicherheitsfunktion muss auch bei einem erkannten Fehler zuverlässig die vorgesehene Risikominderung erreichen.
Ein Beispiel ist die Überwachung einer Schutztür:
Der Sicherheitsschalter erkennt das Öffnen der Tür.
Die Sicherheitssteuerung wertet das Signal aus.
Die Robotersteuerung oder der Antrieb führt den sicheren Stopp aus.
Ein unerwarteter Wiederanlauf wird verhindert.
Nicht nur der Türschalter, sondern die vollständige Kette aus Sensor, Logik und Aktorik muss den erforderlichen Sicherheitslevel erreichen.
Die ISO 13849-1:2023 beschreibt eine Methodik für sicherheitsbezogene Teile von Steuerungen und deren Performance Level. Je nach technischer Auslegung kann alternativ beziehungsweise ergänzend auch die IEC 62061 relevant sein.
Sicherheit bei Industrierobotern und Cobots
Klassische Industrieroboter arbeiten häufig innerhalb einer abgegrenzten Zelle. Schutzzaun, verriegelte Zugangstür und sichere Abschaltung verhindern, dass Personen während gefährlicher Bewegungen in den Arbeitsraum gelangen.
Bei kollaborativen Anwendungen sollen Mensch und Roboter dagegen zeitweise oder dauerhaft einen Arbeitsraum teilen. Das Sicherheitskonzept kann dann beispielsweise auf überwachtem Stillstand, Handführung, Geschwindigkeits- und Abstandsüberwachung oder Leistungs- und Kraftbegrenzung basieren.
Ein Cobot ist jedoch nicht automatisch ohne Schutzzaun einsetzbar. Entscheidend sind die vollständige Anwendung, die Geschwindigkeit, das Werkzeug, das Werkstück, mögliche Klemmstellen und die Art der Interaktion. Die Zusammenarbeit ohne trennende Schutzeinrichtung bleibt technisch anspruchsvoll und erfordert eine anwendungsspezifische Absicherung.
Risikobeurteilung vor der Produktauswahl
Eine belastbare Sicherheitslösung beginnt mit der Risikobeurteilung. Dabei werden Gefährdungen über alle relevanten Lebensphasen der Maschine betrachtet – von Installation und Einrichtung über Automatikbetrieb und Reinigung bis zu Wartung und Störungsbeseitigung.
Die ISO 12100 beschreibt Grundsätze zur Risikobeurteilung und Risikominderung. Für industrielle Roboter und Roboteranwendungen sind insbesondere die 2025 veröffentlichten Teile ISO 10218-1 und ISO 10218-2 relevant. Die Positionierung und Dimensionierung von Schutzeinrichtungen wird unter anderem durch ISO 13855:2024 behandelt.
Ein typischer Planungsablauf ist:
Grenzen und bestimmungsgemäße Verwendung der Anwendung definieren.
Gefährdungen und mögliche Zugänge identifizieren.
Risiken bewerten.
notwendige Sicherheitsfunktionen festlegen.
erforderlichen Performance Level oder SIL bestimmen.
geeignete Komponenten auswählen und verschalten.
Sicherheitsfunktionen verifizieren und validieren.
Ergebnisse dokumentieren.
Die EU-Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 gilt weitgehend ab dem 20. Januar 2027 und löst dann die bisherige Maschinenrichtlinie ab. Bei der Planung neuer Anlagen sollte daher geprüft werden, welche gesetzlichen Anforderungen zum Zeitpunkt des Inverkehrbringens gelten.
Was sollten Sie vor dem Kauf prüfen?
Die Auswahl von Roboter-Sicherheitstechnik hängt nicht nur von der Produktart ab. Auch Reaktionszeit, Reichweite, Schnittstellen und Umgebungsbedingungen beeinflussen die Eignung.
Auswahlkriterium | Bedeutung für die Anwendung |
Gefahr und erforderliche Reaktion | Bestimmt, ob Verlangsamung, Halt oder Abschaltung notwendig ist |
Nachlaufzeit | Beeinflusst den erforderlichen Abstand zur Gefahrenstelle |
Erkennungsvermögen | Entscheidet, ob Finger, Hand oder Körper erkannt werden sollen |
Schutzfeld und Reichweite | Müssen alle möglichen Zugänge erfassen |
Performance Level oder SIL | Ergibt sich aus der Risikobeurteilung |
sichere Schnittstellen | Müssen zu Roboter, Steuerung und Antrieb passen |
Umgebungsbedingungen | Staub, Schweißfunken, Vibration oder Fremdlicht können die Auswahl beeinflussen |
Diagnosemöglichkeiten | Erleichtern Fehlersuche und Wartung |
Manipulationsschutz | Verhindert das einfache Umgehen von Schutzeinrichtungen |
Erweiterbarkeit | Berücksichtigt weitere Türen, Roboter oder Schutzfelder |
Der günstigste Sensor ist nicht zwangsläufig die wirtschaftlichste Lösung. Entscheidend ist, ob sich die Sicherheitsfunktion zuverlässig integrieren, validieren und im laufenden Betrieb warten lässt.
Warum sind Nachlaufzeit und Sicherheitsabstand wichtig?
Eine berührungslos wirkende Schutzeinrichtung erkennt eine Person nicht direkt an der Gefahrenstelle, sondern in einem festgelegten Abstand davor. Dieser Abstand muss ausreichen, damit Erkennung, Signalverarbeitung und Stillsetzen abgeschlossen sind, bevor die Person die gefährliche Bewegung erreicht.
Für die Berechnung sind unter anderem relevant:
Annäherungsrichtung und angenommene Annäherungsgeschwindigkeit
Reaktionszeit des Sensors
Verarbeitungszeit der Sicherheitssteuerung
Stoppzeit von Roboter, Werkzeug und Prozess
Erkennungsvermögen der Schutzeinrichtung
möglicher Zugriff über, unter oder neben dem Schutzfeld
Ein schnellerer Sensor allein führt daher nicht automatisch zu einem kleinen Sicherheitsabstand. Die gesamte Nachlaufzeit der Anwendung muss gemessen und berücksichtigt werden. ISO 13855:2024 behandelt die Positionierung und Dimensionierung verschiedener Schutzeinrichtungen in Bezug auf die Annäherung des menschlichen Körpers.
Kompatibilität mit Roboter und Steuerung
Vor dem Kauf sollte geklärt werden, wie die Sicherheitskomponente mit der Robotersteuerung kommuniziert. Ein klassischer sicherer Ein- und Ausgang kann für einfache Stoppfunktionen ausreichen. Komplexere Anwendungen benötigen eventuell sichere Feldbusprotokolle oder herstellerspezifische Sicherheitsoptionen.
Prüfen Sie unter anderem:
verfügbare sichere Ein- und Ausgänge
unterstützte Sicherheitsfunktionen
Feldbus und Kommunikationsprotokoll
Reaktions- und Zykluszeiten
Diagnosemöglichkeiten
benötigte Softwarelizenzen
zulässige Roboterversionen und Steuerungsgenerationen
Auch bei der Sicherheit von KUKA Robotern oder Systemen anderer Hersteller entscheidet nicht allein die Marke. Maßgeblich sind die konkrete Steuerung, die aktivierten Sicherheitsfunktionen, das verwendete Werkzeug und die vollständige Anwendung.
Welche Informationen helfen bei der Beratung?
Je genauer die Anwendung beschrieben ist, desto schneller können geeignete Komponenten und ein sinnvolles Sicherheitskonzept eingegrenzt werden.
Benötigte Information | Beispiel |
Robotertyp | Cobot, Industrieroboter oder mobile Anwendung |
Roboter und Steuerung | Hersteller, Modell und Softwareversion |
Prozess | Palettieren, Schweißen, Maschinenbeladung oder Montage |
Endeffektor | Greifer, Schweißwerkzeug oder Sauger |
Werkstück | Gewicht, Form und mögliche Gefahren |
Betriebsarten | Automatikbetrieb, Einrichten, Wartung |
Zugänge | Türen, Materialöffnungen und offene Seiten |
Personeninteraktion | Getrennter, kooperativer oder kollaborativer Betrieb |
Stoppzeit | Gemessene Zeit bis zum sicheren Stillstand |
vorhandene Komponenten | Zäune, Scanner, Steuerung oder sichere Antriebsfunktionen |
gewünschte Erweiterungen | weitere Stationen, Türen oder Roboter |
Fotos oder ein Layout der Anlage helfen zusätzlich, Zugangswege, tote Winkel und mögliche Montagepositionen zu beurteilen.
Häufige Fehler bei der Planung
Viele Probleme entstehen nicht durch ungeeignete Produkte, sondern durch eine zu frühe Produktauswahl oder eine unvollständige Betrachtung der Anwendung.
Typische Fehler sind:
Sicherheitskomponenten vor der Risikobeurteilung auswählen
einen Cobot grundsätzlich als ungefährlich bewerten
nur die Roboterbewegung, nicht aber Werkzeug und Werkstück berücksichtigen
Sicherheitsabstände schätzen statt berechnen und messen
Öffnungen neben oder unter dem Schutzfeld übersehen
Not-Halt als Ersatz für reguläre Schutzeinrichtungen betrachten
sichere Funktionen mit normalen Steuerungsfunktionen verwechseln
herstellerspezifische Schnittstellen nicht prüfen
Wartung und Störungsbeseitigung nicht berücksichtigen
Validierung und Dokumentation erst am Projektende einplanen
Eine frühzeitige Abstimmung zwischen Konstruktion, Elektrotechnik, Integration, Arbeitssicherheit und späterem Betreiber verhindert kostspielige Umbauten.
Was kostet die Absicherung einer Roboteranwendung?
Die Kosten hängen weniger von einem einzelnen Sicherheitsprodukt als vom gesamten Schutzkonzept ab. Eine einfache Türüberwachung kann mit wenigen Komponenten umgesetzt werden. Eine offene Roboterzelle mit mehreren Scannerfeldern, sicherer Geschwindigkeitsüberwachung und komplexer Steuerungslogik erfordert deutlich mehr Engineering.
Einfluss auf die Gesamtkosten haben unter anderem:
Anzahl und Art der Zugänge
Größe des Gefahrenbereichs
Stoppzeit und benötigte Sicherheitsabstände
erforderlicher Performance Level oder SIL
vorhandene sichere Roboterfunktionen
Steuerungs- und Feldbusarchitektur
Montage und Verkabelung
Programmierung
Verifikation und Validierung
Dokumentation und spätere Prüfungen
Wirtschaftlich ist nicht zwangsläufig die Lösung mit den geringsten Anschaffungskosten. Ein gut geplantes Konzept kann unnötige Stillstände vermeiden, einen schnelleren Wiederanlauf ermöglichen und den Platzbedarf der Anlage reduzieren.
Häufig gestellte Fragen zur Robotersicherheit
Ist ein Cobot ohne Schutzzaun automatisch sicher?
Nein. Ob ein Cobot ohne trennende Schutzeinrichtung betrieben werden kann, hängt von der vollständigen Anwendung ab. Geschwindigkeit, Kraft, Greifer, Werkstück, Klemmstellen und mögliche Kontakte müssen in der Risikobeurteilung berücksichtigt werden.
Was ist der Unterschied zwischen Sicherheitsrelais und Safety-PLC?
Ein Sicherheitsrelais eignet sich für einfache Sicherheitsfunktionen mit wenigen Signalen. Eine Safety-PLC ist programmierbar, besser skalierbar und häufig für komplexe Roboterzellen mit mehreren Betriebsarten oder Schutzbereichen geeignet.
Kann ein Laserscanner den Roboter nur stoppen?
Nein. In Verbindung mit geeigneten sicheren Steuerungs- und Bewegungsfunktionen kann ein Scanner unterschiedliche Zonen überwachen. Je nach Abstand kann der Roboter beispielsweise zunächst verlangsamt und bei weiterer Annäherung sicher gestoppt werden.
Welche Sicherheitstechnik benötigen KUKA Roboter?
Das hängt von Robotermodell, Steuerung, vorhandenen Sicherheitsoptionen und der Anwendung ab. Externe Scanner, Lichtvorhänge, Türschalter oder Sicherheitssteuerungen müssen über geeignete sichere Schnittstellen mit dem Robotersystem verbunden werden.
Macht eine CE-gekennzeichnete Komponente die Roboterzelle CE-konform?
Nein. Die Konformität einzelner Komponenten ersetzt nicht die Risikobeurteilung, Integration und Validierung der vollständigen Maschine oder Roboteranlage.
Kann eine bestehende Roboterzelle nachgerüstet werden?
Grundsätzlich können viele Anlagen mit moderner Sensorik, Sicherheitssteuerungen oder zusätzlichen Schutzeinrichtungen nachgerüstet werden. Vorher müssen jedoch die vorhandene Steuerung, Schnittstellen, Stoppzeiten und ursprüngliche Dokumentation geprüft werden.
Was bedeutet Performance Level?
Der Performance Level beschreibt die Fähigkeit eines sicherheitsbezogenen Steuerungsteils, eine Sicherheitsfunktion unter vorhersehbaren Bedingungen zuverlässig auszuführen. Der erforderliche Performance Level wird aus der Risikobeurteilung abgeleitet.
Sicherheitskomponenten auf dem RBTX Marktplatz vergleichen
Eine wirksame Absicherung beginnt mit der Risikobeurteilung und endet nicht bei der Auswahl eines einzelnen Sensors. Schutzfeld, Reaktionszeit, Steuerungsarchitektur, sichere Roboterfunktionen und Integration müssen gemeinsam zur Anwendung passen.
Auf dem RBTX Marktplatz vergleichen Sie Laserscanner, Lichtvorhänge, Sicherheitsschalter, Not-Halt-Komponenten, Sicherheitsrelais und Steuerungslösungen verschiedener Hersteller. So können Sie geeignete Produkte nach technischen Anforderungen und Kompatibilität auswählen, Angebote anfragen oder sich bei der Zusammenstellung einer passenden Sicherheitslösung beraten lassen.